Domplatz und Aasee in Münster

Wie schön es ist mit voller Clownsmontur von der Sentruper Höhe herunter zu fahren in die Stadt! Ich gerate irgendwie auf die Straße und fahre dort voller Spiellust und Freude am Leben mit weit geöffneten Armen über die Ampel – was macht das für einen Heidenspaß! Viele Leute am Straßenrand feuen sich und winken. Schöne Einstimmung, schöne Vorfreude, schöne Clownsenergie, die mir da so mir nichts dir nichts zufließt. Am Domplatz rufe ich lauthals nach Mimi, dann sehe ich sie im Floyds sitzen und schmeiße mein Fahrrad hin und stürze theatralisch auf sie drauf. „Mimi! Bruno! Mimi!! Bruno!!“ Bei diesem wilden Wiedersehensfreudebühnenstück darf auch mal was zu Bruch gehen…

Dann gehen wir auf den Domplatz. Was ist da los? Tische, Skulpturen, Teppiche: Wir stehen auf 1x mitten in der Installation vom West-Östlichen Diwan. Uns fallen sofort die beiden Figuren Goethe und Hafiz auf, die Bruno versucht mit einer roten Nase zu verschönern. Wir klettern auf die Tische und haben in Null-komma-nix eine veritable Bühne, auf der ich Mimi einen Heiratsantrag mache – später wird es unser running gag, dass wir schon seit 30 Minuten verheiratet sind. Dann helfen wir Thomas Nufer, seine Teppiche wieder in Ordnung zu bringen. Er ist am Anfang etwas skeptisch und traut es uns nicht zu, aber dann doch dankbar für unsere Hilfe und so begeistert, dass er ein Foto von uns macht, wie wir mithelfen (er dirigiert uns ganz schön rum). Als das so langsam in Arbeit ausartet, beschliesse ich genug getan zu haben. Wir versuchen dann noch, Leute, die gerade in Massen aus dem Dom strömen, dazu zu animieren uns zu helfen, aber daraus ergeben sich eher witzige Gespräche als echte Mithilfe 😉

Dann finde ich zwei Kronkorken, auf dem einen steht „laut“ drauf in weiß auf blau und auf dem anderen „Coca-Cola“ in schwarz auf rot (Mimi: „Du sollst nicht alles aufheben!“). Das wären ganz coole Dichternasen, vielleicht wäre es einen zweiten Versuch wert? Jetzt brauche ich nur noch Klebstoff und jemanden, der den Aufpasser ablenkt… Ich diskutiere mit den Umstehenden, was wohl besser zu Hafiz passen würde – laut oder Coca Cola? Wir einigen uns auf laut für Goethe und Coca-Cola für Hafiz … obwohl, da haben die Mullahs vielleicht was dagegen.

Mein running gag in dieser Zeit ist es, in den Dom zu gehen, doch davor hat Mimi ein Heidenrespekt, weil sie doch so furchtbar katholisch ist. Dann treffe ich aber eine Truppe von älteren Männern, die den Eingang suchen, und nehme das als willkommene Gelegenheit ihnen den Weg zu weisen und – wenn ich schon einmal dabei bin – auch mit in den Dom zu gehen. Als ich rein komme bin ich ganz ehrfürchtig ergriffen: 7-8 junge Frauen von der Domkantorei stehen gerade am Altar und singen wunderschön wie Engel, dazu räuchert der Pfarrer mit Weihrauch, als wenn’s kein Morgen gäbe – einfach toll! Ich bin total hin, nehme meine Mütze in beide Hände und stehe staunend, andächtig mit offenem Mund und ehrfürchtig, wie es nur ein Kind (oder ein Clown) sein kann. Kostbare Minuten. Das ist sowieso mit den Gefühlen heute etwas abwechslungsreicher als sonst, denn ich habe auch schon sehr schön Trauer, Freude, die ganze Welt umarmen können, Wut und Ärger gespielt (als Mimi einfach meine, meine!!! Herzensbonbons verschenkt hat).

Dann will Mimi unbedingt zu den Schützenbrüdern, und wir stellen uns in die Zuschauerreihen und sehen dem langen, langen Aufmarsch über den Prinzipalmarkt zu. Genau gegenüber steht der Oberbürgermeister mit dem Hofstaat auf dem Rathausbalkon, der den Schützenbrüdern zuwinkt und Mimi ist ganz, ganz sicher, dass er ihr auch zugewinkt hat. Ich bin total begeistert von diesem Aufmarsch der vielfältigsten Gestalten, die jedem Bububü große Ehre gemacht hätten: Jung & Alt, Schnurrgerade und Verklemmt, Stark und Schwach, Dorfschönheiten, Dorfprinzessinen, Dorfköniginnen – es ist ein absolut herrliches Bild! Männer mit zig Orden behangen, dass sie schwer herniedersinken, noch ältere Männer, die auch ohne Orden kaum mehr gehen können und so weiter – die ganze göttliche Palette. Bruno hat aber großen Spass daran, auf seiner Kajoo die Melodie mitzutröten, wenn 1 Spielmannszug vorbeikommt. Es gelingt ihm nicht immer so akkurat 🙁

Doch da gibt es ja noch die E-Roller! Nach einigen Anfangsschwierigkeiten haben wir zwei Roller für uns und sausen damit über die Universitätsstraße und Promenade zum Aasee! Das macht einen Heidenspaß! Auch Mimi hat ihren Spaß! Wir wollten doch unbedingt noch Boule spielen gehen. Und tatsächlich treffen wir mit Peter und Daniel ein nettes Pärchen, mit denen wir um die Wette spielen. Bruno erweist sich als Profiboulespieler und gewinnt zwei Spiele hintereinander, so dass ihm ganz komisch wird, und er sich an die Seite setzen muss und Ukulele spielt. Währenddessen spielt Mimi weiter gegen Peter, liegt aber ganz schnell mit sieben zu drei hinten und ruft nach meiner Hilfe – aber ungerührt spiele ich meine Lieder weiter zu Ende. Auf dem Rückweg – ohne Nase fast schon inkognito – strahlen mich die Leute wieder ganz freundlich an, so dass ich denke: Ich hab meine Pflicht noch nicht genug erfüllt, ich muss noch mal ran und meine Nase wieder anziehe … die Leute freuen sich doch so sehr…

Clowns-Workshop für Kinder


Geschafft!

Dem Musikfestival in der Eifel, auf dem ich schon oft als Clown Bruno aufgetreten bin, geht ein Sommercamp mit einem vielfältigen Programm voraus. Der von mir angebotene, zweitägige Clowns-Workshop für Kinder war einer der wenigen Programmpunkte ausschließlich für Kinder und dementsprechend war jedermann hochgradig elektrisiert – die Kinder, weil sie hofften, dass der Clown nur für sie da sein würde, und die Eltern, weil sie hofften, dass ihre Kinder in dieser Zeit sinnvoll beschäftigt und betreut waren. 😀


Clowns-Warmup á la Moshe

Workshop Dienstag
Ich hatte mir im Vorfeld wertvollen Rat und Hilfe bei zwei professionellen Clowninnen geholt, die Ferien- und Zirkusprogramme für Kinder anbieten, und ein entsprechend anspruchsvolles Konzept ausgearbeitet 😉 Der Plan war eine Namensrunde, Clowns-Warmup á la Moshe (Humor injizieren), Gehen mit diversen Übungen, Begrüßung per Handschlag, wie bei den Eskimos, wie in Brasilien, Auja, Gromolo, Gefühlsquadrat, Skulptur 1-2-3, Skulptur sitzen-stehen-liegen, Im Kreis auf den Knien des anderen sitzen, Quak-Enten suchen einen Ausweg, Clownsverabschiedung á la Hilde. Angesichts der Vorgaben des Veranstalters (keine Altersbeschränkung, Mehrsprachigkeit, der Übungsraum war eine Wiese im Innenhof) ganz schön gewagt. Aber – Right Time, Right Place, Right People – alles stellte sich als (sehr) stimmig, (durchaus) machbar und (highly) inspirierend heraus. Aber der Reihe nach:

  1. Mit einem Metermaß und einem Stoffband wurde ein Rechteck von vielleicht 8mx5m abgetrennt. Dieser Raum wurde in der Folge gut genutzt und von internen und externen akzeptiert.
  2. Bei der Vorstellungsrunde fand ich es total faszinierend, dass – obwohl es gut 15 Kinder waren – sie alle ganz brav und geduldig gestanden und gewartet haben, bis sie dran waren. Und alle haben sie es fertig gekriegt (mit Übersetzerin), ihren Namen zu sagen, ihr Alter (zw. 6 und 12) und wo sie her kommen, selbst wenn sie nur Englisch konnten oder Spanisch. Und dann die Internationalität! Aus dem Jemen, aus Pakistan, aus Deutschland, Spanien, Chile, Holland, Türkei usw.
  3. Gefühlsviereck, wir stellen uns alle in ein Feld und starten mit Trauer. Ich bin dabei und versuche den Kindern zu zeigen, wie das geht, und steigere mich da rein – es macht mir einen Riesenspass und den Kindern auch. Dann in das Feld Freude: wir haben alle im Lotto gewonnen! Dann Ärger – das inspiriert vor allem die Jungs. Ich mache wieder mit und benutze ich die gleichen Situationen wie bei traurig und freudig (um den Kindern zu zeigen, dass man ein und dieselbe Situation so und so interpretieren und für alle drei Gefühle nutzen kann). Bei Feld vier frage ich die Kinder, was für ein Gefühl sie noch spielen wollen. Es kommt: sich lieb haben, Zorn, happy sein – das hatten wir alles schon, erkläre ich und nehme dann den Vorschlag mutig sein.
  4. Dann stolpern wir in die Auja-Übung, irgendwie entwickelt sich das aus dem Gehen und die Kinder werden sehr kreativ (s.u.).
  5. Zu Klatschen im Kreis (Zoom!), Skulptur, Sitzkreis, Quak-Enten kommen wir nicht, Gromolo verstehen sie nicht auf die Schnelle und Psychotonus und Traumreise habe ich gestrichen.
  6. Zum Schluss wählen sich fast alle einen Clownsnamen, bekommen von mir eine rote (oder blaue) Nase gemalt, stellen sich auf der Bühne mit Namen vor und gehen ab – Applaus! Damit will ich den Workshop schon enden lassen, aber alle drängen noch auf einen Auftritt – ok…
  7. Clownin Zizis‘ startet: Setzt sich mit der Trommel mitten auf die Bühne und trommelt selbstversunken und authentisch vor sich hin. Dann der nächste. Wir haben aber keinen Vorhang. Zizi bietet sich spontan an, den Vorhang zu machen und stellt sich mit erhobenen Händen vor den Nächsten auf (und Vorhang auf mit Abgang!). Clown Süß kommt und rennt wie ein Irrer mit dem Laufwagen bis zur Küche und wieder zurück, ohne auf den Vorhang zu warten. Clown Lucio schnappt sich die beiden anderen Jungs und sie treten als Trio auf! Rennen und purzeln zwar nur wild durcheinander, aber sie haben doch einen Bezug zueinander. Dann mache ich den Vorhang, weil Zizi nochmal auf die Bühne will.
  8. Die Kinder brachten sehr viel Eigeninitiative mit herein: das Reiterspiel, Gefühle, Laufen, Schubkarre fahren, Auftritt zu dritt, Vorhang, Einwickeln der Spielleiter mit dem Wollknäuel.
  9. Die Disziplin war ausgezeichnet, ich war sehr positiv überrascht, sobald ich deutlich oder etwas lauter wurde, haben die Kinder sofort reagiert, bei der Jungensbande reichte eine zweite oder dritte kurze Ansprache.
  10. Die Kindergärtnerin Clownin Nemo war eine super Hilfe, nicht nur, da sie einige der Übungen kannte und spanisch spricht. Es ist generell unschätzbar, wenn noch ein Erwachsener dabei ist, der übersetzt, die Kinder mit bändigt, der einem rückmeldet, was zu viel (verlangt) ist (Eskimo-Gruß mit Nasen aneinander reiben) – der einem einfach das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein!


Begrüßungsrunde

Workshop Mittwoch
Am nächsten Tag ist der Himmel verhangen und zeitweise regnet es, so dass wir in einen großen Innenraum wechseln. Die jetzt bereits erfahrenen Clowns sollen für die Bühne fit gemacht werden und da eignet sich ein abgeschlossener Raum besser als eine nach allen Seiten offene Wiese. Ich überlege: Was wollten die Kinder am meisten? -> Schminken und Clownsnase. Zusätzlich Verkleidung wäre toll. Ich bereite alles vor, nehme mir aber vor, die Übungen nicht mehr selber mitzumachen. Das hat mich gestern ziemlich geschlaucht und ich habe nicht so viel von den anderen mitbekommen. Es sind drei neue Kinder dabei, leider fehlt Clownin Zizi und Clownin Regenbogen lässt sich nur kurz blicken. Wir fangen wieder bei den Aufwärmübungen an, durchlaufen aber alles etwas schneller. Bei der Begrüßung können schon die bekannten Clownsnamen genannt werden, anschließend atmen wir einmal mit geschlossenen Augen durch und folgen ansonsten Moshe. Man kann nun auch das Gehen als Cowboy oder Schauspielerin ausprobieren, als Drittes fällt den Kindern nichts ein, ich schlage dann „Clown“ vor („Tiger“ war mir zu heiß, ein selbst gewähltes Tier hätte aber auch sein können). Dann wollen sie unbedingt wieder das Gefühlsquadrat machen, das hatte ihnen gestern wohl gut gefallen. Ein besonders Mutiger 😉 will unbedingt mit Ärger anfangen, er hatte da schon seinen Plan, was er auch bei der Begrüßung schon durch seine Geste (Hand an Hals) zeigte. Beim traurig sein gehe ich rein, um die Intensität zu erhöhen. Es funktioniert sehr gut, wir steigern uns da total rein, so dass spüre, wie viel Spaß es macht, das auszureizen und richtig richtig traurig zu sein. Bei Freude sind wir dann schon ausgepowert und stellen fest, dass Freude richtig anstrengend ist. Bei Ärger ist gerade die kleinste eine Offenbarung. Clownin Lilly geht da in die Vollen und stampft auf den Boden: Wie ungerecht alles ist, und dass ihr Bruder ihr Spielzeug kaputt gemacht hat! Clown Es will sofort kämpfen, Ich töte dich! Das vierte Gefühl Neugierig stößt dann schon auf weniger Interesse. Zum Schluss mache ich den Kinder den Wechsel der Gefühle vor und gehe dazu ins jeweilige Quadrat.

Dann zeige ich mit Nemo und Alfi den Kindern die Skulpturübung 1-2-3. Wir bilden drei Gruppen: Nemo mit 2 Kindern, Alfi mit 2 und ich mit den drei Jungs. Ich habe Zeit, nach den anderen Gruppen zu schauen, es sieht sehr schön aus. Danach präpariere ich die Schlag-für-Schlag-Übung (mit riesigem Erwachsenenabstand zwischen den Spielpositionen, Alfi korrigiert mich), verteile die Nasen (Nemo wird zum Nasendoktor ernannt, leider passen nicht allen alle Nasen) und stelle es mit Alfi vor. Gedanke: Kinder brauchen kaum Warmup für ihren inneren Spieler (wie Erwachsene), aber viel Hinleitung zum strukturierten, kontaktbasierten Spielen. Sie stehen seltsam bezugslos neben dem Partner und sagen seltsam gefühllos Texte auf á la: Ich habe morgen Geburtstag. Ich habe in einem Monat Geburtstag. Ich fahre morgen in Urlaub. Ich komme aus Berlin…

Dann bauen wir endlich die Bühne auf. Zuerst habe ich die Idee, dass sich jeder einen Hut / eine Verkleidung hinter der Bühne holt, aber das wird nichts. Ich lege einen Hut auf die Bühne, der zuerst geht, nimmt sich ihn. Das führt zu einiger Verwirrung unter den Kindern. Jeder denkt, er bekommt einen eigenen Hut. Der Hut des Partners wird nicht als freie Requisite wahrgenommen, usw. Dem letzten Paar stelle ich ein Polizei-Bobbycar hin (s. Bildergallerie unten).

Das Polizeiauto

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Im Heim für Blinde Frauen

Heute feiern Alex und Bruno mit den Bewohnerinnen des Heims für blinde Frauen Ostern. Alex kommt mit blauem Fahrrad und einer passenden – Kopfbedeckung! Ich habe schon immer gewußt, dass der ein verrücktes Huhn ist… Ich kenne die Leiterin von einem gemeinsamen Auftritt in Landshut, bin entspannt und schminke mich wie gewohnt obwohl ich mich zwischendurch frage, wieviel die Frauen von mir sehen können. Im großen Park mitten in Neuhausen pflücke ich dann noch eine handverlesene rote Tulpe für meinen Hut. Wieder im Flur stimme ich meine Ukulele an zu Bob Marleys No woman, no cry: I remember in the winthir street, in the bavarian area in München. usw
Dann geht es los, Clowns go marching in singend in den ersten Frühstücksraum. Eine liebe Pflegerin begeleitet uns und sammelt die (Gummi)Eier ein, die wir beim Jonglieren verlieren. Auf demselben Flur besuchen wir dann Frau D., eine ältere Dame mit spanischem Nachnamen, und Alex lässt es sich nicht nehmen, ein spanisches Lied für sie anzustimmen. Sie freut sich riesig und teilt ihre Freude mit uns. Ich nehme ihre Hand und bestaune die Fotobettdecke mit Bildern ihrer erwachsenen Kinder. Im ersten Stock warten schon an die zehn Bewohnerinnen im Flur auf uns. Während wir spielen, werden weitere hereingeschoben. Dann spielt Alex einen Walzer und bevor ich meinem Impuls nachgeben und jemand zum Tanz aufforden kann, tanzt er schon mit einer Bewohnerin, die gerade aus dem Aufzug kommt und in seine Hände läuft – der Schlawiner 😉 . Ich reiche einer Bewohnerin die Hände und schunkele mit ihr, sie macht Anstalten aufzustehen, aber ich traue mich nicht, sie sieht etwas wackelig aus und der Rollator steht direkt vor ihr. Es ist auf einmal etwas kraftvolles da, das uns verbindet. Es sehr innig. Dann kommt die Bewohnerin zur Rechten „an die Reihe“. Sie fasst meine Hände fest und fragt mich „Was muss ich machen?“ – „Gar nichts,“ antworte ich, „vertraue mir, ich halte dich.“. Nachher muss ich mich sanft aus ihrem Griff lösen 🙂
Dann setze ich mich auf einen freien Stuhl neben sie und genieße das Spiel von Alex, doch nur kurz, denn jetzt braucht er mich! Gummitwist, loslassen, aua, balancieren, Gewicht heben, übermenschliche Anstrengung… Die Pflegerin und ich helfen gerne. Trotzdem der Zeitknappheit (unser beider Familien wollen an diesem Ostermorgen auch noch was von uns haben!) gehen wir noch in den zweiten Stock, wo wir auf weitere Bewohnerinnen stoßen, darunter Frau B. im Bett. Und wieder ist Walzer gefragt, und wir tanzen und singen in seel’ger Eintracht. Mit Freude im Herzen fahre ich zurück, was war das für ein Geschenk!

Humor in der Bibliothek

Bei der Jahrestagung der AGMB in Oldenburg hatte ich mutigerweise einen Workshop angeboten: Humor in der Bibliothek. Und glaubt mir: So viel geplant und gemacht hatte ich vorher noch nie für einen Kurs! Es war ja auch eine Premiere (und mutig, Humor ausgerechnet in die Bibliothek zu bringen, wie mir einige bestätigten). Den bekannten Blondinnenwitz über die Bibliothek findet ihr hier.

Längerer, intensiver Abschlusskreis mit durchweg positivem Feedback, ich schwebe und bringe noch mal meine positive Wertschätzung zum Ausdruck, und dass ich viel gelernt habe. Dann stelle ich eine Kiste mit roten Nasen in die Mitte zum Mitnehmen und wünsche mir zum Schluß, dass wir ein Gruppenbild machen.


Ankündigungstext
Bei der Arbeit kommt es immer wieder zu Begegnungen mit Benutzern und Mitarbeitern, die ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen. Sei es, dass man schlagfertiger sein wollte. Sei es, dass man klarer sein wollte. Oft landet man bei den immer gleichen Dialogen und Emotionen. Humor bietet eine Möglichkeit, ‚konfliktträchtige‘ Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen: Vielleicht ist es ja gar kein Konflikt, sondern eine Einladung zum Spiel? Wie Karl Valentin schon sagte: „Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“ Mit Übungen aus dem Clowns- und Improvisationstheater wollen wir unseren Humor und unseren inneren Spieler einladen, sich zu zeigen. Die Bühne bietet dabei einen geschützten Raum, um spielerisch mit eigenem Verhalten zu experimentieren und um absichtslos überraschende Lösungen zu finden.

Musikfestival in der Eifel, die Zweite


Hin und wieder nehme ich mir die Muße, in die Augen der Kinder zu schauen, die vor mir stehen, die mich umringt haben und bin einfach nur glücklich.

Am Samstag verschönerte Clown Bruno das zum 19. Festival der Sufi-Weltmusik in der Eifel bereits zum zweiten Mal.

Nach den (fast schon routiniert) üblichen Spielen „Luftballons platzen“, „Luftpumpe kaputt“, „Bruno wurden die Schuhe geklaut“, „Konfetti für alle“, „Wie komme ich in den Sandkasten?“, „Wie benutze ich die Rutsche?“ und „Balancieren für Anfänger“ möchte ich gerne auch so schöne Hennahände haben wie die Kinder, doch nach einigem Suchen stellen wir fest, dass die Hennafrau mitten im Publikum sitzt (und da will ich jetzt auch nicht stören, vielleicht das nächste Mal 😉 ), also behelfen wir uns selbst und die Kinder dürfen meinen rechten Arm mit der Schminke(!) anmalen, aber nur bis zum schwarzen Strich!! Hält sich natürlich keiner dran, die arbeiten so emsig und engagiert (und mit zunehmender Dauer immer energischer :-/ ), dass es drunter und drüber geht. Wird ein richtiges Kunstwerk. Der arme Clown, es braucht 1/2 Stunde und viel Spüli und Feuchttücher, das wieder abzukriegen!