Internationales Sommerfest, Flüchtlingshilfe Roxel


Auf der Sonnentreppe vor dem Pfarrheim

Internationales Sommerfest der Flüchtlingshilfe Roxel (die btw ein großartiges Logo haben) auf dem Kirchplatz der katholischen Pfarrkirche St. Pantaleon.


Das schöne Logo der Flüchtlingshilfe Roxel

Bruno und seine Clownsfreundin Danndann sind schon eine Weile unterwegs, sie wurden auf dem Weg zum Fest immer wieder „aufgehalten“. Sie finden eine Plastikflasche und entscheiden sich dafür, durch Flaschensammeln Millionär zu werden. Sie gehen langsam in Richtung Fest, immer achtsam nur keinen Passanten zu verlieren, doch dann hört Bruno ein lautes Trommeln und ist nicht mehr zu halten! Er läuft schnurstracks zur Quelle der Musik und fängt an, in einigem Abstand von dem Geschehen den genialen Rhythmus mit den beiden Flaschen auf einem Stehtisch mitzutrommeln. Doch dann wird er und Danndann in die Mitte des Kreises, der von etwa 30-60 Leuten gebildet wird, gelotst. Und dann ist alles nur Musik, Kontakt, Einladung zum Spiel, Ein-Spiel-gibt-das-Andere und die 50-100 Zuschauer stören mich schon lange nicht: Bruno und Danndann tanzen wild, lassen die Hüften kreisen, schwingen sich ein, Kinderspielen „Abklatschen“, holen die Rasseln raus und trommeln mit (eine Rassel geht kaputt, Bruno ist untröstlich), verbinden sich mit dem Vortänzer. Bruno hat eine Idee (schon wieder!), er nimmt Danndann an die rechte Hand und den jungen Mann an die linke, Danndann nimmt zwei Mädchen an ihre Hand, und so bilden wir einen schönen Halbkreis. Dann kommt ein älterer Mitbürger, der die ganze Zeit schon halb im Kreis stand und hebt die Rassel auf, die uns hingefallen war und nun achtlos auf dem Boden in der Mitte liegt. Ich schließe den Kreis um ihn, und wir tanzen um ihn herum! 🙂 Doch dann hat Bruno langsam genug (der Trommler kommt gerade zum Schluß) und verabschiedet sich genau so schnell aus dem Kreis, wie er dazu gekommen ist.


Gleich kommt es zum Ringelreihen


Danndann und Bruno beim Abklatschen


Die Rassel ging kaputt – Kein Grund zur Trauer!

Dann heißt es von den Organisatoren: Auf ins Pfarrheim! Auf dem Weg dorthin setze ich mich spontan in die Sonne auf die Treppe zum Pfarrheim. Es überkommt mich die Lust, etwas nur für mich zu tun und Ukulele zu spielen. Over the rainbow. Danndann singt mit. Das ist vielleicht ein genialer Platz! Dort bleiben wir bestimmt eine halbe Stunde lang sitzen und wir spielen alle Erwachsenen Kinder die aus dem Pfarrheim rauskommen (denn dort ist die Küche und dort gibt’s den Kuchen und den Kaffee)! Die Leute sind ganz närrisch und müssen alle ihre Kinder mit uns fotografieren. Mira hat es mir besonders angetan (oben auf dem Bild rechts). Ich dichte Stücke auf Kindernamen und spiele irgendwelche Akkorde dazu, Hauptsache laut singen 😉 Ich blase Ballons auf, manche fliegen weg 😀

Alles in allem war der erste gemeinsame Auftritt von Danndann und Bruno ein überaus gelungener Einstand um nicht zu sagen Geburt eines neuen Clownduos.

Altenheim Dechaneihof St. Marien

Mein erster Auftritt in einem Altenheim führte mich zum Dechaneihof St. Marien in Freckenhorst. 50-Jahrfeier mit einem großen Programm: Tanzgruppen, Kiepenkerlverein, Bachrednerin, Ukulele-Orchester, A-Capella-Chor, Zauberin und … Clown Bruno. Ich war etwas nervös, mein erster Auftritt im Altenheim und mein erster mit einem „alten-tauglichen“ Kostüm. Deshalb hatte ich mich auch bei Lösings in Altenberge mit wunderschönen Rosen eingedeckt – (sich) Verschenken klappt immer … obwohl viele misstrauisch dachten, aus der Blume würde gleich ein Wasserstrahl spritzen und sie nass machen! Nach einigem Vorgeplänkel und Aufwärmspielchen mit den Mitarbeitern zog ich los. Meine Intuition liess mich an einer Bierzeltgarnitur Platz nehmen und Annegret und ihren Mann, Hedwig, Alfons und Jan kennenlernen. Hedwig war putzmunter und berichtete begeistert von ihrem Urlaub im Allgäu. Ich war noch etwas reserviert und konnte gar nicht emotional folgen, wurde aber mit zunehmender Dauer wagemutiger und spielfreudiger.

Dann folgten weitere zahlreiche Begegnungen, – ich musste ja schließlich meine Blumen loswerden -, hauptsächlich mit Frauen (das Betreuungs- und Waffelbacktrio Anja, Maria und Yvonna; die Vorstandsdame der Kiepenkerlbrüderschaft; der Zauberin (sie habe ich ein bisschen bedauert, weil auf der Bühne so weit weg von den Leuten stand und sich abmühen musste) aber auch einige schöne mit Männern (denen ich immer die Blumen als Geschenk für ihre Frauen andrehen konnte). Kritisch dann immer: Wer ist unverheiratet/beziehungslos/will vielleicht gar nicht? Frauen, die keine Blumen von ihren Männern bekamen, gab ich den Tipp, sich die Rose auf den Küchentisch(!) zu stellen und vorzugeben, es wäre von ihrem Mann, das würde dann auf den Mann „abfärben“. Alter Clownstrick 🙂

Doch immer wieder werden auch Kinder auf mich aufmerksam (trotz meiner inkognito-Opaklamotten; Die Entschuldigung „Ich habe Angst vor Kindern“ glaubt mir allerdings keiner), eine schickt mich zum Kinderschminken. Dort entdecke ich zwei nette Damen auf einem formidablen roten Sofa, das mich magisch anzieht. Dort möchte ich drauf sitzen, allerdings ist kein Platz frei. Soll ich links von der einen Dame sitzen oder rechts von der anderen? Dann rücken beide ein Stück zur Seite und nehmen mich in die Mitte!

Tanzen mit Laura, die ein schönes Pferd im Gesicht trägt – nein, lieber nicht, dann halt Fußball mit ihrem Bruder, Hauptsache es gibt einen Luftballon, doch der blaue Tierballon saust übers Dach in den Nachbargarten und ist einfach weg! Da habe ich zu wohl viel Schub gegeben. Dem 1,5 Jährigen, der mich mit seinem Plastikauto fahren lassen wollte, schenke ich dann auch einen Luftballon. Beim dritten Mal klappt es, doch der junge wirft den Ballon zu Boden und – peng! – er platzt. Alle erschrecken, nur der Junge und schauen uns lachend an (wir verstehen uns blind): So muss es sein!

Fazit: Bei Erwachsenen und Senioren ist es weniger das Auja! gefragt als das geduldige Zuhören. Das spontan-chaotische Spiel steht – wen wundert’s – nicht im Vordergrund, dafür Kontakt, oft verbal, gerne aber auch körperlich, der Clown darf hier Grenzen (der Etikette, der Regelkommunikation) überschreiten und macht es auch gerne. Bruno kommt dem Gegenüber nahe, und wenn es ok ist auch sehr nahe. Daraus entstehen oft die schönsten und berührendsten(!) Momente. Was mir noch aufgefallen ist: Es gibt bei Erwachsenen nicht diese klare Grenze zwischen Privatperson und Clown wie bei den Kindern. Oft sprechen mich die Erwachsenen als „normales Gegenüber“ an, und ich antworte dann auch „normal“ (denke dann aber: Dafür bist du nicht hierher gekommen, du willst doch ein guter Clown sein!).

MOZ-Trio im Schloss Nymphenburg

Was lange währt wird endlich gut: Schon seit dem Fooling-Wochenende am 20. März planen wir (Gustaaf, Zora und Bruno – das berühmte MOZ Trio) einen gemeinsamen Auftritt. Nach diversen Proben in Münster, Kaiserslautern und Grafing ist es heute soweit. Die Schloss Nymphenburg soll als würdiger Rahmen für unsere Improvisation dienen.

Bruno zieht sich schnell auf der Toilette des nahe gelegenen Backspielhaus um. Die Verwandlung ist gelungen, er erntet erste anerkennende Blicke. Die Hose sitzt (zu) hoch, die Schuhe sind (zu) flach -> die Happy Socks kommen gut zur Geltung! Die gelbe Bauchbinde passt auch wie angegossen, verrutscht aber leider des öfteren im Spiel und gibt den Blick auf die Unterwäsche frei 🙁 Fotografin Eva macht den letzten Knopf meines Volkstheater-Livrees zu: perfekt! Der Thronkarren wurde von Tom genial zusammengebaut und so ziehen wir über die Buckelpiste los zum Schloss – nicht ohne zuvor unsere Namen noch einmal abgeglichen (und geändert) zu haben – Zora heißt für die nächsten Stunden nur „die Prinzessin“. Dort fahren gerade ein Schlitten neben dem anderen vor, ihnen entsteigen junge Damen in roten Kleidern – ein türkische Hochzeit? Bruno’s erster Impuls, diese Veranstaltung zu stüremne, wird von der Prinzessin abschlägig beschieden: Sie ist heute der Boss, ganz klar… Stattdessen stellen wir uns zum Fuhrpark dazu und stellen ganz unbescheiden fest, dass wir eindeutig die beste Karosse haben.

Die Leute werden auf uns aufmerksam und jeder möchte ein Foto von und mit uns machen. Was mich anfangs nervt (weil es so inflationär ist) wird im Laufe der Zeit unser bestes und kontinuierlichstes Kontaktspiel mit den Passanten. Und was für Länder es da gibt! Bruno kommt aus dem Staunen (und Englisch-Sprechen) nicht mehr heraus und lernt „Danke- und Guten Tag“-Sagen“ auf japanisch (arigato), chinesisch (shinshen), italienisch (mille grazie), indisch (namaste) und omanisch (salamu aleikum). Verbunden mit einem höflichen Diener (oder besser noch Knicks) ist die halbe Miete, die Konversation läuft prima.

So langsam stellt sich unser eigentlicher Auftrag heraus: Wir suchen einen Prinzen für die Prinzessin! Leider sind etliche nicht geeignet, viele auch schon vergeben (obwohl: am Alter soll es nicht scheitern, es braucht nur Geld 😉 ), so dass sich einige Kontaktmöglichkeiten und Gespräche (um nicht zu sagen Diskussionen) ergeben. Der schöne, langhaarige Student im Brustton der Überzeugung: „Ich bin auch eine Prinzessin!“ (ob’s an der zeitgleichen CSD-Parade liegt? 🙂 ).

Im Vorfeld hatten wir wie gesagt einige Spiele ausgedacht, geplant und geprobt, doch jetzt entstehen spontan neue Spiele:

  • Die Prinzessin kann jederzeit Kontakt machen, indem sie jemandem den Ball zu wirft.
  • Bruno kann mit dem Ball spielen, ihn hochwerfen, ihm – verträumt – nachgucken.
  • Die Hupe signalisiert den Lakaien, dass die Prinzessin es wünscht weiterzufahren.
  • Gustaaf erklärt allen in sonorem Ton unseren Auftrag: „Einen Prinzen finden“.

Am zentralen Brunnen ist mittlerweile die Fangruppe Haidhausen-Süd angekommen und mit ihr ganz viele Kinder, die dem Treiben aus respektvoller Distanz gebannt zuschauen. Und jetzt bittet die Prinzessin(?) um Musik und prompt entwickelt sich ein wunderschönes Foolingspiel um die geheimnisvoll ab- und anschwellende Musik aus der Kiste. Bruno und Prinzessin sind zuerst gebannt, dann erschreckt und Bruno schützt die Prinzessin mit dem Schirm vor den bösen Mächten. Dann pfeift der Wind unter den Schirm und Bruno wird einfach weggeweht! Er kämpft mit dem Schirm, der plötzlich ein eigenes Leben entwickelt, und schafft es mit letztes Kraft, den Schirm zu schließen und zwischen seinen Beinen wegzusperren. Dumm nur, dass er dort stecken bleibt und nicht mehr rausgeht! Bruno drückt von vorne, die Prinzessin zieht von hinten, doch erst als Gustaaf mit dem goldenen Ball ankommt (der sich immer mehr zu einem magischen Allheilzaubermittel entwickelt), ist der Schirm wieder frei.

Doch die Schirmnummer geht weiter: Die Prinzessin jongliert den Schirm wie ein Tanzmajor und schließlich erliegen auch Gustaaf und Bruno dem Schirmzauber und sehen neugierig und gebannt nach, was sich dort unter dem Schirm eigentlich tut. Sie werden ganz still und gehen in die Hocke, gehen unter den Schirm, und sind am Ende dort wie in einer geheimen Höhle vereint.

Dann stehen sie aufrecht, Rücken an Rücken, unter dem Schirm und schauen verwundert nach draußen: Sind überhaupt noch Zuschauer da? Ist das überhaupt noch wichtig? Doch die Fotos beweisen: Zumindest die Kinder waren die ganze Zeit dabei! Und dann kramt Bruno das Netz heraus und sie lassen den goldenen Ball hin – und herschweben. Fällt er mal herunter, ist sofort ein Kind zur Stelle, um ihn wieder aufzuheben.

Irgendwann landet der Ball auf Brunos Kopf und von dort im Brunnen. Jetzt ist das Geschrei groß! Bruno rudert mit den Händen, angelt mit dem Schirm, zieht sich die Schuhe und Socken aus und springt fast hinterher. Die Prinzessin fordert glücklicherweise alle zum Pusten auf, den sonst wäre der Ball auf der Insel im Brunnen gelandet. Dabei ist der Ball schon kilometerweit abgetrieben worden und die schlaue Prinzessin ist auf die andere Seite gelaufen und hat ihn sicher an Land gezogen. Dumm nur, dass das keiner gemerkt hat! Gustaaf diskutiert eifrig mit Passanten und Bruno weiß nicht mehr, wierum er die Socken anziehen soll! Doch dank der Unterstützung der überaus hilfsbereiten und kenntnisreichen Kinder (du musst die Hand in die Socke stecken! Nein, nicht so rum, andersrum!) steht Bruno bald schon auf und sieht die Prinzessin mit dem Ball. Er ruft Gustaaf herbei und zu dritt zelebrieren sie den Wiedergewinn des magischen Spielgeräts.

Diese Spiele zu dritt sind immer besonders schön (und magisch) aber selten, denn zu zweit kommt man einfacher zusammen. Der dritte kann dann Fokus geben. Oder man spielt alleine und bekommt Fokus von den beiden – klappt auch! Hin und wieder sind wir auch jeder für sich alleine unterwegs. Was dem unmittelbaren Kontaktpartner vielleicht ganz gut gefällt, wirkt auf Außenstehende aber eher uninteressant, da man so nicht so gut sichtbar ist. Ein gutes Beispiel ist die Choreo von Bruno zu dem Lied „Eisbär“. Plötzlich stehen die Kinder vor ihm und Gustaaf und Prinzessin unterhalten sich sonstwo. Bruno hat nur einen Gedanken: Mit den Kindern zu tanzen! Er macht das Eisbär-Lied an und zieht eine Nachbarin auf die Tanzfläche vor dem Brunnen. Die macht zunächst auch brav mit – die Kinder leider nicht. Dann springt Gustaaf ein und zum Schluss (Eisbären weinen nie) sogar die Prinzessin! Auch wenn er nachher Kloppe für sein eigenmächtiges Spiel bekommt, macht ihm das fast nichts aus. Für einen göttlichen Moment hatte er seine Bühne und war im Eisbär-Flow! No risk, no fun!

Kurz vor der Kaffeepause gibt es noch eine dichte Folge von schönen Begegnungen und Spielen: Zuerst ein kurzer Flirt mit dem Nymphenburger Gondoliere (seine Passagiere winken uns begeistert zu), der in Gustaaf einen alten Kampfgenossen wiederzuerkennen glaubt. 🙂 Dann noch der grünbärtige Rocker mit den beiden Kleinhunden, dann das Blind-Date-Päärchen (Erkennungszeichen rote Clownsnase!) und zum krönenden Abschluss ein Tanz von Gustaaf und Prinzessin, zum dem Bruno Seifenblasen beisteuert, die sich ihren Weg durch die dichtgrünen Bäume am Wegrand bahnen. Dann bittet Bruno auch noch die Fotografin Eva zum Tanz. Wie das neue Stück einsetzt, stehen sich plötzlich Gustaaf und Bruno gegenüber. Mehr schlecht als recht schwingen sie zu Tangoklängen ihre Hüfte und die des anderen. Eine arabische Familie weiß nicht wie ihr geschieht und denkt vermutlich über den Sittenverfall in Europa nach… Dann gibt es als fünftes Spiel ein lustiges Ringelreihen aller drei mit zwei japanischen Studenten bevor es eine gut 3/4-stündige (und notwendige) Pause im Palmencafé gibt. Bruno ist gar, sein Herz hämmert, so dass er an eine Fortsetzung nicht zu denken wagt, doch Gustaaf spricht das Undenkbare gelassen aus: Sollen wir noch eine Stunde drauflegen? Gesagt – getan! (ein Rückzug ohne Spiel wäre für jeden waschechten Clown sowieso unmöglich)

to remember:

  • Bruno schmeißt sich für ein Gruppenfoto auf den Boden.
  • Familie mit Großmutter, Mutter, Kindern, Anhang. Die Prinzessin schäkert mit den Jungs. Gustaaf findet heraus, dass die Mutter auch noch einen Prinz sucht. Bruno möchte mit der Großmutter ein Rollstuhlrennen machen.
  • Bruno liegt im Dreck auf dem Boden, den goldenen Ball vor sich. Gustaaf und Prinzessin schreiten würdevoll zum Brunnen, sich nicht umdrehend. Die Prinzessin denkt: Ach, könnten wir doch nur über das Wasser gehen!
  • Gustaaf und Bruno üben das Netz-Ball-Spiel noch ein zweitesmal, diesmal aber ruhiger, ausgiebiger. Kinder holen immer wieder den Ball und legen ihn ins Netz.
  • Gustaaf’s Encounter mit einer älteren Dame mit Haarreif, die sich auch als Prinzensucherin herausstellte: „Heute waren aber viele im Park, die einen Prinz suchten!“

Resümee: Gustaaf, Bruno und die Prinzessin sind eine starke Truppe. Die gemeinsamen Erfahrungen beim Fooling und die Proben haben sich ausgezahlt. Gustaaf ist ein starker Weißer, Bruno ein starker Roter und die Prinzessin eine starke Weißrote. Das scheint zu passen!

Südviertelfest, die Zweite


Fitti und Bruno haben mal kurz den Polizisten die Mützen gemopst 🙂

Nach 2015 war dies der zweite Auftritt Brunos auf dem Südviertelfest. Als Teil der Clownslabor-Truppe war er mittlerweile fester Bestandteil der schönen Veranstaltung. Und Bruno hat noch mehr Spaß als im vorletzten Jahr, insbesondere auch wegen des kreativen und aufmerksamen Zusammenspiels mit seinen KollegInnen Paco (Altenberge), Fitti (Celle), Frieda (Dortmund) und Kichererbse.

In weiser Voraussicht hatte Bruno seinen Sonnenschirm mitgebracht, doch Fingerfarbe und Malerkittel blieben im Südviertelbüro zurück – die Performance wurde vertagt. Nach der Ankündigung durch die Moderatoren und einem kurzen Besuch der kompletten Truppe bei den Clownskollegen vom Schachverein Münster (Kichererbse hatte eine eigene Schachfigur dabei, die man aufziehen konnte…), stürmten Fiete und Bruno gegen halbherzigen Widerstand der Organisatoren just in dem Moment die Bühne, als die Bürgermeisterin Karin Reismann dort ihren Auftritt hatte. Statt irritiert zu sein, fing „Clownin Karin“ an, ihre Kollegen vom Clownslabor souverän zu interviewen – halt Politprofi durch und durch!

Bei soviel Wohlwollen hatten die Clowns schnell genug und machten sich zu zweit, dritt oder alleine auf – bei beginnendem Regen -, Anarchie und Humor weiter zu tragen. Und immer mal wieder Kinder unterwegs, die einem den Weg zeigten (zum Hubsteiger, aber da schwebte schon Kichererbse in den verhangenen Münsteraner Himmel, ihren Regenschirm in die Menge werfend (springen wollte sie dann doch nicht, obwohl wir mit einigen Kindern bereits ein Sprungtuch ausgebreitet hatten)), einen Ballon aufgeblasen haben wollten, nur staunend und/oder skeptisch guckten (oder man sieht in der Entfernung auf einmal ein schmunzelndes Gesicht, ein offenes Kichern, weil man sich unbeobachtet fühlt), zaghaft oder gar nicht ihren Namen sagen, usw.

Und immer wieder schön zu sehen, was Kinder wirklich begeistert: Wenn dem Clown ein Missgeschick passiert! Nicht der perfekt aufgeblasene, das perfekt gesungene Lied, die perfekte akrobatische Clownsnummer, sondern der Ausrutscher, das Hinsemmeln, das Aua, Oweia, Scham, Schmerz und Fluchen mögen sie.

Weitere Highlights:

  • Mülltonne gucken, Hinweisschilder verdrehen.
  • Sprungtuch aus Regenschirm, Seidentuch machen.
  • Im LWL-Zelt „püschotologische Reha-Epilation“ ausprobieren, epiliertes Knie zeigen und Mitglieder für meine Cancan-Tanztruppe anwerben
  • Tröt-Singen von traurigen (Abschieds)Liedern mit Fitti unter der riesigen Buche
  • Seilchenspringen mit Kindern und Jessica im Regen
  • Die nette fünfköpfige Familie mit den goldenen Ohrringen vor dem Hubsteiger.
  • Das Mitmachen beim Demotraining der Kungfu-Truppe
  • Das Hand-in-Hand-Laufen mit Fitti
  • ganz, ganz viele Begegnungen zwischendurch
  • Zu einem Piraten: „Darf ich durch das Spalier gehen?“ – „Nein.“ – „Was soll ich denn machen?“ – „Stell dich an den Rand.“ – „Und was soll ich da machen?“ – „Hol dir ’ne Wurst!“
  • Mit zwei Kindern einen Ballon im aufgespannten Seidentuch tanzen lassen.
  • Mitten in einen Junggesellinnen-Abschied geraten. Mit den Frauens rumflachsen. Mit Linda emotional werden. Sie mit Seifenblasen segnen. Kommentar von der Seite: „Nun mach‘ hinne!“
  • Zum guten Schluss Kaffee und Kuchen mit Peppi und den Mitclowns im Südviertelbüro

Straßenfest Wolbeck

Nach langer Zeit hatte ich mal wieder einen Auftritt, diesmal bei einem Strassenfest einer befreundeten Chorkollegin. Ich war im Vorfeld etwas kritisch gestimmt, da ich gefastet hatte, – doch bis auf zwischenzeitliche Mundtrockenheit und spätere Heiserkeit verlief die Aktion sehr geschmeidig. Ich konnte mich im Badezimmer der Kollegin umziehen und stimmte im leeren Wohnzimmer ein, zwei Lieder auf der Ukulele an. Als ich gerade mit vollem Herzen Hollywood Hills intonierte, kam sie mit ihren Töchtern herein, um nach dem Clown zu gucken. Gesagt, getan: Ein Pivatkonzert zur Bändigung der Nervosität! Zusammen mit meiner Chorkollegin trug ich dann ein Kinderlied aus dem Gesangsbuch mehr recht als schlecht vor (das hat man davon, wenn man ein Kind bittet: „Such dir ein Lied aus dem dicken, unbekannten Liederbuch aus!“).

Dann nehmen mich die beiden Töchter mit nach drausen, wo das Strassenfest direkt vor der Türe so langsam Fahrt aufnimmt. In der Folge ergeben sich eine Vielzahl alter und neuer Spiele, zum Schluß stehen (nach 1 1/2 Std.) eine Gruppe von mehrheitlich Mädchen zwischen 3 und 9 Jahren erwartungsvoll vor mir, während ich durch die Haustüre verschwinde. Was mir an Spielen in Erinnerung blieb:

  • „Clownsspucke“ als Art magisches Reinigungsmittel für alle Art von dreckigen Sachen.
  • Zuerst zufällig gefunden und angewendet bei einem auf den Boden gefallenen Luftballon. Es ergibt sich ein sehr schönes, lustvolles und intensives Spiel mit dem Ekelgefühl. Ekel – Auja! Als nächstes ist ein rotes Gummibärchen dran, von mir liebevoll gesäubert (zuerst mit Clownstaschentuch, dann mit Spucke) und dann den Kindern reihum angeboten wird 😀
  • Als Running Gag kommt die Clownsspucke im Verlauf noch mehrmals zum Einsatz: „Ach, was können wir jetzt wohl machen, um …?“ – „Clownsspucke!“ – „IIIIIhhhhh!!!“
  • Die Straße ist mit einenm rot-weißen Absperrgitter professionell gesichert. Was ist dahinter? Bruno fragt die Kinder. Münster? Ob dahinter die Welt aufhört wird zum Running Gag.
  • Gründung eines spontanen Orchesters. Ich (ver)stimme die Ukulele, verteile Metallkazooflöten, ein Junge holt sein Zylophon und einer seine Trommel (super, wie die Kinder hier mitspielen!). Ich habe keinen Plan, geschweige denn gute (bekannte) Kinderlieder, doch mit Hingabe und Intensität wird das überspielt und ein Riesenerfahrung in Miteinandertun (Bild).
  • Dann Luftballons! Der erste lange Knetballon wird „zufällig“ im voll aufgeblasenen Zustand von der Pumpe wegkatapultiert und Bruno ist total begeistert wie weit! Wir messen die Entfernung in Metern ab und Bruno malt für jeden Meter einen Strich auf das Pflaster. Dann muss der Rekord natürlich gebrochen werden. Hauruck, hauruck, hauruck: Der Ballon landet auf dem Dach(!) eines Carports(!). Grosses Rätselraten, was nun zu tun sei. Die Kinder haben jede Menge gute Ratschläge, Bruno ist begeistert. Erik hat die meisten 😀 Er bietet Bruno (s)einen Gabelstapler an, dann einen Bager, der bei Aldi um die Ecke steht. Wir sind schon auf dem Weg dorthin (hört die Welt hinter der Absperrung auf?), da fällt Bruno ein, dass wir dazu über die große Straße müssten, hmmm, gefährlich … (Spielverderber!). Bruno versucht den Pfosten vom Carport hochzuklettern. Er springt am Pfosten und umklammert ihn wie ein Koalabär (oder vielmehr wie ein nasser Sack). Dann die zündende Idee: Eine Leiter muss her! Die Kinder überbieten sich mit Leitern von zuhause (Haushaltsleiter, 3-stufiger Triptrap, 30m-Leiter – doch die eingeschalteten Väter schalten auf stur). Ok, dann ziehen wir halt die Hüpfburg zum Carport und hüpfen einfach aufs Dach! Brunos einfache aber geniale Idee scheitert daran, dass die Hüpfburg zu schwer ist und einfach weitergehüpft wird. Bruno ist genervt, dass keiner auf ihn hört. Immerhin ziehen einige Kinder feste mit an der Hüpfburg, doch sie will sich einfach nicht bewegen! Der nächste Ballon ist ein weiterer Reinfall – er landet auf dem Bierwagen. Umso überraschter und begeisterter ist Bruno, als ihm später ein Mädchen den Ballon wiederbringt. Er ist vom Wind runtergefegt worden! Bruno macht einen Hund daraus (nicht ohne ihn vorher mit Clownsspucke …).

Nach 1 1/2 Stunden bin ich gar, und ich nutze die erste Gelegenheit, mich von den verdutzten Kindern zu verabschieden und mich im Haus der Chorfrau in Sicherheit zu bringen: „Wohnst du da??“