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Humor in der Bibliothek

Bei der Jahrestagung der AGMB in Oldenburg hatte ich mutigerweise einen Workshop angeboten: Humor in der Bibliothek. Und glaubt mir: So viel geplant und gemacht hatte ich vorher noch nie für einen Kurs! Es war ja auch eine Premiere (und mutig, Humor ausgerechnet in die Bibliothek zu bringen, wie mir einige bestätigten). Den bekannten Blondinnenwitz über die Bibliothek findet ihr hier.

Längerer, intensiver Abschlusskreis mit durchweg positivem Feedback, ich schwebe und bringe noch mal meine positive Wertschätzung zum Ausdruck, und dass ich viel gelernt habe. Dann stelle ich eine Kiste mit roten Nasen in die Mitte zum Mitnehmen und wünsche mir zum Schluß, dass wir ein Gruppenbild machen.


Ankündigungstext

Bei der Arbeit kommt es immer wieder zu Begegnungen mit Benutzern und Mitarbeitern, die ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen. Sei es, dass man schlagfertiger sein wollte. Sei es, dass man klarer sein wollte. Oft landet man bei den immer gleichen Dialogen und Emotionen. Humor bietet eine Möglichkeit, ‚konfliktträchtige‘ Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen: Vielleicht ist es ja gar kein Konflikt, sondern eine Einladung zum Spiel? Wie Karl Valentin schon sagte: „Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“ Mit Übungen aus dem Clowns- und Improvisationstheater wollen wir unseren Humor und unseren inneren Spieler einladen, sich zu zeigen. Die Bühne bietet dabei einen geschützten Raum, um spielerisch mit eigenem Verhalten zu experimentieren und um absichtslos überraschende Lösungen zu finden.

Mein erstes Clowns-Seminar, das ich selber gegeben habe

Mein erstes „eigenes“ Clowns-Seminar, das ich selber leite, wird in 90 Minuten starten. Ich war schon seit Monaten ziemlich aufgeregt gewesen, nun herrscht allerdings organisatorische Betriebssamkeit vor, es gibt noch einiges zu regeln. Es läuft alles ganz gut, der Raum ist schon nett hergerichtet, die letzten Matrazen werden schnell weggeräumt, es gibt sogar Stühle und einen Schlüssel zum Abschliessen, damit uns keiner stört. Doch jetzt verzögert sich das Ende der vorherigen Veranstaltungsblocks, so dass ich kurzerhand die Anfangszeit auf 13:15 verschiebe, dann wird es aber doch 13:30.

Feli aus Kamp-Lintfort ist die erste Teilnehmerin, dann trudelt Alfi, ein in klassischer indischer Musik ausgebildeter Niederländer aus Amsterdam, und schliesslich komplettieren mit Ali, Ahi und Dai drei Jungs aus der Nachbarschaft die Runde – zwei Brüder und ein Freund, 15 bis 17 Jahre alt. Ich freue mich, dass sie mitmachen, sonst wären es doch arg wenig gewesen. So sind wir zumindest zu sechst und können bei den Übungen zwei Dreiergruppen bilden, und auch bei den Duos kommt es gut aus.

Nach der Einführungsrunde im Sitzen stellen wir uns im Stehen (Bodenkontakt, Atmung, Hände reiben, Augen öffnen, Humor injizieren …) mit einer Bewegung vor, die alle nachmachen müssen. Dann folgen einige Körperübungen um an- und ins Spiel zu kommen. Klatschen im Kreis, mit Richtungswechsel. Gehen, immer schneller, dann wieder langsamer und schliesslich in Zeitlupe. Dann die Gemüseübung und zwei Ballon mit vollem Körpereinsatz in der Luft halten. Das macht Spaß und kommt gut an!

Da jetzt alle so aktiv und wach sind, ziehe ich nun die beiden Technikübungen ABC (einer muß sitzen – einer stehen – einer liegen) und 123 (Andocken, Einfrieren, Spüren, Abdocken, Gucken, wieder neu Andocken) vor. ABC ist gut für das Spüren von Impulsen und aufeinander zu achten. 123 ist gut für das Gruppengefühl und das Einschwingen in das Gruppenfeld. Immer wieder entstehen witzige Gebilde und es wird viel gelacht, das kommt sehr gut an – ich bin in dieser Phase (aber auch später) mehr Spieler als Leiter und kriege weniger mit als ich eigentlich sollte… Das Gestalt-Gebet, das ich unbedingt vor der Bühne noch machen wollte, lasse ich aus, da es mir für die Jungendlichen, die sowieso schon vor lauter Witzigkeit mit den Hufen scharren, als zu tiefsinnig erscheint.

Dann gehe ich aber doch das Risiko ein und machen die Traumreise: Gehe aus der Stadt raus. Lege dich auf die Wiese. Jemand wird dir ein Geschenk geben. Betastet es und spürt, was es ist. Dann öffnet die Augen und erkundet den Raum. Seht alles zum ersten Mal wie ein neugeborenes Kind. Zunächst alleine. Dann seht ihr den anderen, später könnt ihr auch langsam in Kontakt gehen. Bitte die ganze Zeit nicht sprechen.

Die Jungs sprechen doch, sie sind kaum zu bremsen! Ich mache die Traumreise deshalb ziemlich zügig und wechsele rasch zum Bühnenaufbau und zu Schritt für Schritt, wo jeder 2x drankommt. Anschliessend folgen Duos mit Requisite, auch hier kommt jeder mindestens 2x dran. Vorher hatte ich mir noch Sorgen gemacht, ob ich auch die richtige Musik auswähle und ob die Spiele auch rechtzeitig beendet werden. Das ist jetzt überhaupt kein Thema mehr: Musik wird keine gebraucht, und die Duos finden selber den Moment für das Ende. Überhaupt ist es schön zu sehen, wie die Nase alle Teilnehmer verändert, wie selbständig und rücksichtsvoll die Duopartner miteinander umgehen, und welche schönen Spielideen kreiert und ausgespielt werden.

Für mich ist es ein rundum gelungener Einstand und auch die Rückmeldungen aus der Schlußrunde bestärken mich in dem Eindruck, dass ich hier keinen überfordert oder Eulen nach Athen getragen habe, sondern das alle ihren Spass hatten und einige sicher noch mehr für sich persönlich mitnehmen werden. Zu guterletzt bekomme ich noch ein Riesenkompliment von Feli (das ich aber schon wieder vergessen habe, es ging irgendwie darum, „den eigenen Clown rauslassen zu dürfen“).

Deep Clown mit Moshe Cohen

​Am 25.-26.11.2017 war Moshe zum dritten Mal in der Theaterwerkstatt Bethel/Bielefeld um einer Gruppe von Klinik- und Hobbyclowns sein Konzept des „Deep Clowns“ und von „Enlightfulness“ nahezubringen. Mit Techniken aus dem Zen und Tenshingoso führte er uns dazu, die Verbindung zu unserer inneren Clownwelt und dem Publikum neu zu suchen und zu festigen. Mit Poesie und Spontanität wurden unsere Sinne angeregt, noch feiner, unsere Ernsthaftigkeit, noch leichter und unsere Freude noch ausgelassener. Beim Entschleunigen halfen Übungen aus dem japanischen Butoh-Tanz.

Moshe Cohen: Je mehr wir mit uns selbst verbunden sind, je mehr sind wir mit dem Publikum verbunden.

Spiel mit großen Handpuppen

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Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit und das Vergnügen, am Workshop Große Handpuppen ins Spiel bringen teilzunehmen und Olaf Möller kennen zu lernen.

Olaf besitzt eine unglaubliche Spielfreude, die sich sofort auf uns 12 – 2 Biologen und 10 Sozialarbeiterinnen – übertrug und und lustig loslegen ließ. Ich muss mich nun nur zwischen dem kackfrechen Höllenhund Hugo und dem naturverbundenen Holm Junge mit weißem Hemd, Jeanslatzhose und grünen Stiefel entscheiden. Das fällt mir wirklich schwer…

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